Neujahrsbräuche auf Kreta

Der Stein, der Granatapfel und die Askeletoura

Auf Kreta sind Traditionen wie das Tragen des Steins, das Zerbrechen des Granatapfels, das Feiern der Askeletoura und das Geben der „guten Hand“ bis heute lebendig. Am Neujahrsmorgen, wenn die Glocke zum ersten Mal läutet, führen die Dorfbewohner ein besonderes Ritual durch. Sie stehen leise auf und bringen den größten Stein, den sie finden können, in ihre Häuser. Früher stand das Gewicht des Steins für den Reichtum und das Gold, das sie sich für ihr Haus wünschten. Heute symbolisiert er Stabilität, Frieden und Familienzusammenhalt.

Gleichzeitig steht die Askeletoura oder Skillokremmida, eine zähe Wildpflanze, die ohne Erde wachsen kann, im Mittelpunkt. Aufgrund ihrer bemerkenswerten Stärke hängen die Kreter sie in ihren Häusern auf, um den dort lebenden Menschen Kraft und Glück zu bringen. Obwohl dieser Brauch aus dem 6. Jahrhundert stammt, ist er auch heute noch beliebt bei denen, die traditionelles Glück suchen. Schließlich hat sich die „gute Hand”, die früher eine einfache hausgemachte Süßigkeit war, zu einem Geldgeschenk gewandelt, das Verwandte den Kindern geben.